Jagd & Natur

Tradition, die verbindet.

Die Jagd besitzt eine lange Geschichte und zahlreiche überlieferte Bräuche. Viele davon sind noch heute fester Bestandteil des jagdlichen Alltags.

Jagdliches Brauchtum

Werte weitergeben

Das jagdliche Brauchtum fördert Gemeinschaft, vermittelt Werte und trägt dazu bei, Erfahrungen und Traditionen an kommende Generationen weiterzugeben.

Themenbereich 01

Die Jägersprache

Die Jägersprache ist eine bildhafte Fachsprache, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Sie dient der präzisen Verständigung über Wildarten, deren Verhalten, Körperbau und jagdliche Abläufe.

Zu den bekanntesten Grußformen gehören „Waidmannsheil“ und „Waidmannsdank“. Auch Redewendungen wie „durch die Lappen gehen“ oder „auf der Strecke bleiben“ haben ihren Ursprung im jagdlichen Sprachgebrauch.

Löffel

Die Ohren eines Hasen

Löffel

Lauscher

Die Ohren eines Fuchses

Lauscher

Ruder

Die Füße einer Ente

Ruder

Themenbereich 02

Das Jagdhornblasen

Das Jagdhornblasen gehört zu den bekanntesten Traditionen der Jagd. Jagdsignale dienen bis heute der Verständigung und Organisation gemeinschaftlicher Jagden.

Dabei unterscheidet man unter anderem zwischen Leitsignalen und Signalen, mit denen erlegtem Wild die letzte Ehre erwiesen wird.

1

Sammeln der Jäger

Ruft die Jägerinnen und Jäger zur gemeinsamen Versammlung zusammen.

2

Sammeln der Treiber

Organisiert die Treiberinnen und Treiber vor dem Beginn eines Treibens.

3

Begrüßung

Signal zur Begrüßung der Teilnehmenden einer gemeinschaftlichen Jagd.

4

Anblasen des Treibens

Kündigt den Beginn des Treibens an.

5

Treiber in den Kessel

Leitsignal, das die Treiber in ihre Endstellung ruft.

Optional können künftig Audioaufnahmen der Jagdhornsignale ergänzt werden.

Themenbereich 03

Das Streckelegen

Als „Strecke“ bezeichnet man die Anzahl des bei einer Jagd erlegten Wildes, gleich ob bei einer Einzel- oder einer Gesellschaftsjagd. Vom „Strecke legen“ spricht man, wenn das Wild am Ende einer Jagd auf einem mit Reisern ausgelegten Platz gezeigt wird.

Dabei wird das Wild in einer festgelegten Reihenfolge und auf besondere Art auf dem Platz abgelegt. Schalenwild erhält den letzten Bissen und einen Inbesitznahmebruch.

Wenn die gesamte Strecke liegt, wird das Wild „verblasen“: Die anwesende Jagdhornbläsergruppe bläst die Ehrensignale der erlegten Wildarten, anschließend übergibt der Jagdherr die Erlegerbrüche. Dieser Brauch dient der Ehrenerweisung gegenüber dem erlegten Wild und dem Dank für den Jagderfolg.

Die Ordnung der Strecke

1

Das Wild wird immer auf die rechte Seite gelegt.

2

Zuerst Hochwild, dann das Niederwild.

3

Männliches Wild vor weiblichem Wild.

4

Starkes Wild vor schwachem Wild.

5

Haarwild vor Federwild.

6

Jedes zehnte Stück einer Art wird um eine halbe Länge vorgezogen.

Themenbereich 04

Die Bruchzeichen

Als Bruch bezeichnet man einen abgebrochenen grünen Zweig, der so gestaltet oder gelegt wird, dass er zur eindeutigen Verständigung oder Markierung dient. Verwendet werden dafür ausschließlich bruchgerechte Baumarten, etwa Tanne, Fichte, Kiefer, Eiche oder Buche.

Am bekanntesten sind die Streckenbrüche rund um die Jagdstrecke. Daneben stehen Verständigungsbrüche, mit denen sich Jäger untereinander am Jagdort verständigen.

Inbesitznahmebruch

Zeigt an, dass sich der Erleger das Stück Wild angeeignet hat.

Letzter Bissen

Der Bruch im Äser, der dem erlegten Stück als letzte Ehre beigelegt wird.

Erleger- bzw. Schützenbruch

Wird nach dem Verblasen der Strecke vom Jagdherrn an die Erleger übergeben.

Verständigungsbrüche

Hauptbruch
Anschussbruch
Fährtenbruch
Wartebruch

Der Trauerbruch

Bei der Beerdigung eines Jägers trägt man den Trauerbruch, einen gewendeten Zweig, auf der linken Hutseite. Auch der Schweißhund erhält seinen Bruch nach erfolgreicher Nachsuche an die Halsung.